Samstag, 15. Mai 2010

Mitten wir im Leben sind ... die Vorgeschichte

“Klar, melde dich an und nutze die Gelegenheit! Ich besuche in der Zeit meine Eltern. Die haben Sehnsucht nach ihren Enkeln” Das war die Reaktion meiner Frau, als ich ihr von einem Angebot erzählte, das gerade per e-mail aus der Ukraine gekommen war. Prof. Brug vom Wisconsin Lutheran Seminary in Mequon WI aus den USA kommt an das Seminar der Ukrainischen Lutherischen Kirche in Ternopil und hält Anfang Juni zwei Kurse für das “Summer Quarter” -Programm, an dem ich / wir schon mehrmals teilnehmen konnten. Wenn das keine interessante Mischung ergibt. Eine amerikanische Weiterbildung für Pastoren, gehalten in Osteuropa. Ich hätte dieses Angebot für dieses Jahr zur Seite gelegt. Schließlich haben wir neugeborene Zwillinge im Haus und da wird der Papa wohl eher zu Hause gebraucht. Schließlich reist er ja schon für die Gottesdienste in der Diaspora-Arbeit der ELFK genügend kreuz und quer durch Süddeutschland.
Ein Blick in den Terminkalender zeigt, wie sich die Termine häufen werden im Mai und Juni. Vorbereitungen für Himmelfahrt und Pfingsten. Dann stehen ca. 1500 km auf den Autobahnen an, um zu den verstreuten Gemeindegliedern zu fahren. Gleich anschließend folgt die Fahrt nach Sachsen zur Pastoralkonferenz und Synode der ELFK. Von dort geht es direkt weiter in die Ukraine. Danach müssten schnellstens alle Vorbereitungen getroffen werden, um die Gemeindearbeit in der Elternzeit zu planen, die mir die Gemeinde für Juli und August genehmigt hat. Das klingt nach Leben auf der Überholspur. Aber was soll’s, kürzer treten kann ich, wenn ich alt bin und schließlich geht es ja um den Dienst in Gottes Reich und für die wundervolle Botschaft von Gottes Liebe. (Wer sich mit dem Dienst in der Gemeinde auskennt, kann noch andere Gründe aufzählen, warum sich “Hauptamtliche” gern ihren Terminplan vollstopfen.)
Die Gemeinde stimmt den Plänen zu. Die Deutsche Bahn hat für Frühbucher eine 39,- Euro Fahrkarte nach Sachsen und die Lufthansa muss sich offenbar dem Druck der Billigflieger beugen und bietet ein Ticket von München nach Lemberg (L’viv) in der Ukraine zum Dumpingpreis. Kleiner Schönheitsfehler: Umbuchen und Stornieren ausgeschlossen - “cash & carry” sozusagen.
Die Tickets sind gebucht, die Termine festgeschrieben, die Anmeldungen getätigt. Dazu kommt noch ein Nachmittag mit Taxi-Fahren, den ich vergessen hatte abzusagen und eine dringende Anfrage für Aushilfe beim Englisch-Unterricht in dem Schulungszentrum, in dem meine Frau gearbeitet hatte. Freie Zeit bleibt da nicht, ganz zu schweigen von freien Tagen. Das macht aber nichts, denn ab Juli habe ich Elternzeit. Mit einer befreundeten Familie vereinbaren wir einen Haustausch für drei Wochen im Juli. Wir fahren in ein kleines Dorf bei Greifswald an die Ostseeküste und sie hüten unsere Wohnung im Allgäu. Unterwegs können wir noch die Großeltern in Sachsen besuchen, die die Kinder noch nicht gesehen haben und einen Stopp in Berlin bei Freunden einlegen, da meine Frau noch nie in der Hauptstadt war. Ich freue mich nicht auf die 1000 km quer durch Deutschland, jedoch sehr auf erholsame Tage am Greiswalder Bodden. Dann wird Ruhe sein.

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